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30. August 2010
Bekommt Ihr Kunde, was er braucht?
Neulich im Klamottenladen – ein Bericht aus eigener Erfahrung.
Ich gehe in ein Damenmodengeschäft und habe eine doch recht konkrete Vorstellung was ich brauche und kaufen möchte: ein kuscheliges, aber bürotaugliches Sweatshirt.
Nun, ich bin 44, kleide mich eher lässig und bequem aber doch etwas elegant, eben businesstauglich. Ich gebe für Kleidung die mir gefällt, auch schon mal was aus. Ich hatte keine konkrete Vorstellung, welche Farbe und welcher Schnitt es sein soll. Der Gedanke war einfach „drüberziehen, gut aussehen, wohl fühlen und vor allem: nicht frieren“! Und das ohne gleich einen dicken Pulli anziehen zu müssen oder (Ende August) wie „Winter“ auszusehen.
Ich gehe also hinein, steuere gleich auf die anwesende Beraterin (und die einzige, sichtbare Verkäuferin) zu und sage ihr was ich suche. Ein bürotaugliches, kuscheliges Sweatshirt. Ich muss noch dazu sagen, dass ich in dem Geschäft schon öfters war, und selten dort ohne Tüten wieder rausgekommen bin. Die Verkäuferinnen wechseln, ich denke aber es sind einfach mehrere, die sich einen Ganztagsjob teilen.
Die Dame fragt nicht, was ich mir darunter vorstelle – nicht mal nach meiner Größe – und fängt an mir irgendwelche Teile vor die Nase zu halten: eine Tunika, einen Pulli, ein Longsleeve... Nachdem sie mir ungefähr schon fünf Teile gezeigt hatte, habe ich meine Vorstellung sicherheitshalber nochmals formuliert, denn vielleicht hatte ich ja vorher undeutlich gesprochen oder mich zu vage ausgedrückt:
Ich suche ein Sweatshirt, also Baumwolle oder so, es sollte bequem und warm sein, aber kein Girlielook, also ohne Bling-Bling und bitte kein Kindermotiv drauf.
Ob sie auch schwarz bringen darf? Ich: Klar gerne. Ich hatte schon gehofft, jetzt würde sie wissen was ich brauche und kaufen möchte.
Wieder kam sie mit einer Strickjacke, einem Poncho, einem anderen Longsleeve, einer schwarzen Bluse… usw. Ich fragte nochmals konkret nach einem Sweatshirt, mit dem Hinweis, dass ich ja dort schon welche einer bestimmten Marke (kuschelig und bürotauglich) gekauft hatte. Sie ging gar nicht darauf ein und bot mir noch andere Oberteile an.
Da ich nicht unendlich viel Zeit hatte und mir langsam irgendwie doof vorkam, meinte ich schließlich, ich schau mich selbst noch etwas um und habe dann auch zwei T-Shirts die mir gefallen haben und preisreduziert waren, mitgenommen. Davon hat frau ja auch nie genug.
An der Kasse sagte mir dann eine andere Verkäuferin, die inzwischen aus einem anderen Raum aufgetaucht war, dass die Sweatshirts erst in etwa zehn Tagen kommen würden und ich doch bitte einfach zu einem späteren Zeitpunkt nochmals vorbeischauen soll. Es wären welche in schwarz und auch anderen neutralen Farben dabei. Welche mit Schalkragen oder auch Kapuze, mit und ohne Reißverschluss. Ich sagte Danke für die Info, habe bezahlt und bin gegangen.
Da ich sowieso in der Stadt war, bin ich gleich eine Straße weiter in das nächste Damenmodengeschäft (etwas größer als das vorherige, aber in etwa die gleiche Zielgruppe).
Dort war ich zwar noch nie, aber auch in dem vorherigen kennt man die Leute nicht unbedingt, weil wie gesagt, man n icht immer die gleiche Verkäuferin erwischt.
Ich gehe rein und frage gleich nach einem bürotauglichen, kuscheligen Sweatshirt. Die Dame fragte sofort, welche Farbe, welche Größe und welcher Stil in etwa. Sie führte mich dann zu einem Regal wo sie mir zeigte, wo ich gern mal selbst schauen könnte, was mich anspricht. Dort wurde ich auch fündig.
Fazit: hätte mir die Dame im ersten Geschäft gleich gesagt, „haben wir noch nicht, bekommen wir aber demnächst“ dann wäre ich wahrscheinlich einen Kaffee trinken gegangen und zwei Wochen später nochmals hin.
Da sie aber, weil sie eben in ihrer Absicht mir was zu verkaufen wortlos Alternativen (oder zumindest das was sie dafür hält) angeboten hat, ohne meine genauen Wünsche zu kennen (vielleicht dachte sie, sie würde meine Vorstellung erahnen können) – war ich genervt, und bin dann zur Probe noch woanders hin. Mein Budget habe ich verbraucht. Pech gehabt.
Wissen Sie was Ihre Kunden wollen? Wenn nicht, fragen Sie sie!
Wenn Sie Ihren Kunden etwas anbieten, und der Kunde zuckt nicht (kauft nicht), obwohl er vorher Kaufabsicht signalisiert hat / Interesse gezeigt hat, fragen Sie ihn ob es das Richtige ist und ob es seinen Vorstellungen entspricht.
Und bitte nehmen Sie Ihre Kunden ernst und für voll.
Alles andere macht negative Stimmung und/oder führt zu „Verlust“. Etwas Reduziertes werde ich vom Ständer vor dem ersten Laden sicher wieder kaufen. Aber hinein gehen und nach Etwas fragen wofür ich Geld ausgeben möchte, wohl eher nicht.
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06. September 2010 Büroräume gesucht - Teil I
Ich habe wohnungstechnisch noch nie in einer WG gelebt. Na ja. Zumindest nicht wirklich. Eine räumliche Trennung innerhalb der - noch - gemeinsamen Wohnung kenne ich schon.
Aber so richtig mit Mehreren, zusammengewürfelt, mit festen Badzeiten und jeder nur sein einzelnes eigenes Zimmer? Nein.
Dafür kenne ich Bürogemeinschaft.
Jeder hat sein Büro oder seine Arbeitsräume und es gibt z. B. eine gemeinsame Teeküche, Damen- und Herren-Toiletten die von allen inklusive der jeweiligen Besucher genutzt werden. Eine Mülltonne, eine Papiertonne (wer hat die wieder vollgemacht?).
Man trifft sich vor den Haus zum Rauchen, oder begegnet sich täglich auf dem Flur. Wenn man jemanden der sonst immer da ist, länger nicht gesehen hat, fragt man auch mal per SMS nach, ob alles ok ist. Man kennt sich und teilt Erfolge aber auch Sorgen und Probleme.
Zweckgemeinschaft halt. Und irgendwie ein bisschen wie Familie. Aus Mietnachbarn werden Kooperationspartner oder sogar Freunde.
Man kennt sich, hilft sich gegen seitig oder jammert bzw. schimpft mal gemeinsam. Oder holt sich einen guten Rat oder eine weitere Meinung.
Das kann gut sein, aber auch von der Arbeit abhalten, was man oder frau halt für Einer/Eine ist.
Ich habe jetzt doch insgesamt sechs Jahre in so einer Büro-WG gearbeitet und ja – auch gelebt. Schließlich bin ich doch mehr im Büro als zuhause in unserer Wohnung.
Verbunden mit der Insolvenz des IGZ hatte sich auch im Haus (Schloßweg 6) so Einiges getan. Es gab Abschiede, richtig zelebrierte mit Umarmungen und Tränen, aber auch schnelle und leise, wie im richtigen Leben und das Gebäude wurde Ende August 2010 an einen Investor verkauft.
Auch ich habe damals beschlossen meine Zelte dort ab zu brechen und habe den Schloßweg 6 Ende September 2010 verlassen.
Besichtigungstour
Klar das frau sich dann gleich auf die Suche begibt. Und am besten selbst was inseriert. Sie will es ja bequem haben und angerufen werden und nicht hinterher rufen müssen. Zeit ist schließlich Geld. 
Ich habe unter „Wohnung zum Arbeiten“ und „Büroräume“ inseriert und mir manches angesehen, einiges war toll einiges weniger- im Großen und Ganzen aber ok.
Ich habe nach wie vor ein Budget was ich für Büromiete plus Nebenkosten ausgeben möchte und natürlich meine Vorstellung wie es sein sollte. Platzmässig, Raumaufteilung und Lage.
Es kam auch ein Anruf von einer Dame, die statt der von mir benötigten Größe etwas viel Größeres leer stehen hat. Da ich mir erstmal einen Überblick verschaffen wollte, habe ich auch das besichtigt. Man will sich ja eine Meinung bilden können und nichts vor vorneherein ausschließen.
Wie sagte schon Henry Ford „Prüfe jedes Angebot. Es könnte die Chance deines Lebens sein“.
Das Objekt war mit zwei sehr großen Büros und zwei kleineren Räumen, einer Teeküche und einem großen Empfangsbereich wirklich zu groß. Die Vermieterin hatte mir auch den Mietpreis genannt (schon bei der telefonischen Kontaktaufnahme) und wusste, dass die Miete weit über meinem Budget liegen würde. Die Räume waren wirklich sehr schön. Ich hätte nur einziehen brauchen.
Und mir noch zwei Mitmieter suchen müssen, damit es finanziell überschaubar bleibt.
Auf meine Frage wie weit sie von der bisherigen Vorstellung des Mietpreises nach unten korrigieren würde, sagte mir die Vermieterin: max. 50,00 €. Lieber würde sie es weiter leer stehen lassen (die letzten Mieter waren wohl bereits Mitte des Jahres 2009 ausgezogen).
Nachdem ich aber keine Bürogemeinschaft gründen wollte und mit Mitmietern auch wieder eine finanzielle (und nicht von mir gewünschte) Abhängigkeit für mich entstehen würde, habe ich abgesagt und weiter gesucht.
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