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14. März 2011
Neulich im Beratungsgespräch
Warum soll ich selbst für die Kosten der Gründungsberatung aufkommen? Warum muss ich ein Konzept schreiben? Die Agentur für Arbeit will diese Unterlagen und ich soll Sie jetzt bezahlen wenn Sie mein Konzept schreiben?
Was? Die Stellungnahme kostet auch was. Ich finde das ist eine Frechheit. Der Kunde war total erbost. So eine Frechheit.
Da will er ein geschenktes Geld vom Staat (den Gründungszuschuss) und dann soll er auch noch ein Konzept schreiben. Wenn er das professionell erstellt haben will, kostet das auch was. Ungeheuerlich.
Hm.
Leider passiert es immer wieder, dass meine Kunden gar nicht einsehen, dass ich 1. etwas koste und 2. im Normalfall diese Kosten von ihnen selbst zu tragen sind.
Vielleicht schütteln Sie jetzt den Kopf und sagen, beim Friseur oder in der Autowerkstatt werde ich doch auch nicht umsonst bedient und wundern sich mit mir über solche Zeitgenossen.
Vielleicht fallen Sie aber auch aus allen Wolken und dachten Gründungsberatung wäre eine Pflichtaufgabe des Staates und müsste somit auch vom Staat bezahlt werden.
 Haben Sie einen Führerschein? Bestimmt. Weil Sie wollten ja irgendwann selbst Auto fahren können.
Ich habe einen. Und ich kann mich noch genau daran erinnern, dass ich bereits mit vierzehn Jahren (nach der Konfirmation) damit angefangen habe, Geldgeschenke dafür zu sparen. Damals kostete die Aufnahmegebühr 300 DM, die Überlandfahrstunde 60 DM und die Stadtfahrt 45 DM. Die Prüfungsgebühren kamen extra noch dazu.
Unsere Gesetze verlangen noch heute die gründliche Vorbereitung und eine Mindestzahl an Fahrstunden. Sonst darf man zur Fahrprüfung gar nicht antreten. Fahren will man (nach bestandener Prüfung) natürlich selbst und niemand zwingt einen, das Autofahren zu lernen.
Genauso ist es mit der Gründungsvorbereitung. Das Erstellen des Konzeptes ist die Vorbereitung (und dient als Planung für den Start). Zwingen kann und tut Sie dazu niemand.
Je besser ich mich selbst (und nicht ein anderer sich für mich) vorbereite umso weniger kann schief gehen. Das sehen Sie sicher genauso.
Es liegt am Gründer selbst, wie umfangreich eine Gründungsvorbereitung ausfällt und auch was er dafür ausgeben wird.
Aber es ist die Planung Ihres Vorhabens!
Ich sage oft: zum selbstständig machen brauchen Sie vierhundert Prozent.
100 % Verantwortung für das was Sie vorhaben (da sind keine Anderen schuld wenn es nicht klappt, sondern derjenige selbst obwohl man sicher immer schnell mindestens einen zweiten Schuldigen findet)
100 % Durchhaltevermögen Persönlich und finanziell – denn von Null auf 100 starten die Wenigsten
100 % Einsatzbereitschaft weil von nichts eben auch nur Null kommt
80 % Planung und Vorbereitung 100 % Planung sind meines Erachtens nicht möglich!
Und – ganz wichtig: 20 % Glück
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Ich wünsche Ihnen viel Spaß und gute Erkenntnisse bei Ihrer eigenen Gründungsvorbereitung!
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07. März 2011
Willkommen in meinem Home Office! Oder: wie ist das mit den Arbeiten von zuhause aus
Die meisten der von mir betreuten Gründer starten ihr Business von zuhause aus. Es sind wirklich nur weniger als 10% die sich gleich ein Büro oder eine Werkstatt mieten um von dort aus ihrer Arbeit nach zu gehen. Klar, die Händler mit Laden und auch die Gastronomen, die brauchen eigene/andere Räume.
Das von zuhause aus arbeiten, hat natürlich außer der Kostenersparnis für zusätzliche Mietaufwendungen, viele Vorteile: - kein zusätzlicher Telefon-/Internetanschluss, - meist hat man zuhause eh schon einen Arbeitstisch und einen PC, - die Muttis (oder Vatis) können gleichzeitig für die Familie da sein, - freie Zeiteinteilung – wenn nichts zu tun ist, findet sich bestimmt im Haushalt was – und somit kein Leerlauf (mit dem beschäftigt sein), - zuhause braucht man/frau sich nicht aufstylen und kann ganz leger sein.
Dies um nur Einige zu nennen. Früher mussten wir morgens den Wecker stellen, uns fertig machen, das Haus verlassen. Und dann waren wir „in der Arbeit“. Beim zuhause und vom Home Office aus arbeiten kann man sich das sparen. Oder?
In fast jedem von uns, schlummert aber doch der Virus Aufschieberitis. Noch nie davon gehört?
Diese fiese Krankheit bricht oft aus, wenn wir eigentlich genug Zeit hätten eine bestimmte Sache zu erledigen (manchmal ist sie auch schon dringend) und trotzdem halten wir uns mit Dingen auf, die damit null und nichts zu tun haben.
Als ich mein Business startete habe ich die ersten Jahre von zuhause aus gearbeitet. Ich lebte meistens allein, also konnte kein Partner „stören“ und ich mich im Wohnzimmer was kurzerhand zum Arbeitszimmer umfunktioniert wurde, so richtig ausbreiten. Da gab es natürlich auch einen Fernseher und ein Sofa und meine beiden Katzen. Und sehr, sehr oft wenn ich mich endlich so richtig in eine Sache vertiefen wollte, hat mich dieser bösartige Virus befallen. Da kam die Nachbarin und wollte ein bisschen plaudern und statt ihr zu sagen, dass ich gerade keine Zeit habe, habe ich sie auf einen Kaffee rein gebeten. Dann fiel mir beim Warten auf die zündende Idee und dem damit verbundenen Blick aus dem Fenster in den Garten auf, dass meine Fenster dringend geputzt werden müssten und am Besten wasche ich auch gleich die Vorhänge mit…
Oder ich war richtig dankbar, wenn eine Freundin anrief mit der ich eine halbe Stunde telefonieren konnte – natürlich nicht ohne ihr zu erzählen, wie dringend ich eigentlich das und das gerade jetzt tun sollte.
Kommt Ihnen das bekannt vor?
Als ich noch täglich ins Büro bin, wäre keine Nachbarin auf die Idee gekommen, mich dort zu besuchen und auch meine Freundinnen (mit Tagesfreizeit) hätten mich dort nur in Notfällen angerufen. Die Fenster hätten egal bei welcher Auftragslage auch bis zum Feierabend warten müssen.
Wenn Sie über ein „Home Office“ nachdenken, dann berücksichtigen Sie bitte auch Ihre eigenen Gewohnheiten und überprüfen Sie bitte auch Ihren Typ. Können Sie der netten Nachbarin eine Bitte abschlagen oder sie auf später vertrösten, weil Sie eben gerade eigentlich arbeiten wollten?
Freuen sich Partner/in, Kinder, dass der Mann/Vati jetzt jeden Tag zuhause ist, und man ihn eigentlich immer „greifbar“ hat?
Ein weiterer Faktor der so manchem Jungunternehmer zum Verhängnis werden kann, ist ein anderer Gewohnheitsfaktor: der monatliche Geldeingang! Das wurde auch mir damals 1999 beinahe zum Verhängnis.
Während der Zeit der staatlichen Förderung bei Aufnahme der selbständigen Tätigkeit (damals Überbrückungsgeld) kommt jeden Monat pünktlich rückwirkend ein Zahlungseingang.
Wer noch nie selbständig war und seine Einnahmen durch Umsätze generieren musste, kann davon schon verführt werden. Bisher – als Angestellte/r – kam immer Geld. Jeden Monat. Ganz von selbst. Wenn man zuhause war hatte man frei, Urlaub, war krank geschrieben oder arbeitslos und hat trotzdem Geld bekommen. Während die Fördermittel (jetzt der Gründungszuschuss) fließen, ist das ja so ähnlich und man läuft in Gefahr erstmal alles das zu tun, wofür man bisher keine Zeit hat.
Ich selbst habe damals auch erstmal Hobbies vertieft, die Wohnung renoviert, Freundinnen die mit Kind zuhause waren und für die ich sonst (als Angestellte und ohne Tagesfreizeit) keine Zeit hatte, besucht… fataler Fehler!
Meine sechsmonatige Förderung war vorbei und ich hatte fast nichts dafür getan, dass ich Kunden und Aufträge akquiriert hatte. Wovon sollte ich jetzt leben?
Das Gleiche ist vielen Anderen passiert und es passiert immer wieder! Wenn der Zuschuss ausläuft kommt die Panik. Und häufig ein Anruf bei mir, wo her es denn noch Geld gibt. Wenn ich dann nachfrage was diejenigen Gründer/innen denn in der vergangenen Zeit getan hat, dann…
 Können Sie es sich denken?
„Ich habe endlich meinen Keller ausgemistet“ – „Ich wurde Oma und meine Tochter brauchte mich zur Unterstützung im Haushalt“ – „Ich habe mir eine lange geplante Vollzeitweiterbildung gegönnt“ – „ich habe einfach eine Pause gebraucht“…“immer wenn ich was anfangen wollte, kam meine kleine Tochter und wollte mit mir spielen oder meine Frau hat mich eingespannt damit ich endlich dieses oder jenes am Haus mache…“ die Liste kann beliebig verlängert werden.
Sicher läuft das bei Ihnen ganz anders und Sie sind von haus aus strukturiert, sehr organisiert und lassen Sich durch nichts von Ihrem Business ablenken. Gratulation zu Ihrer Disziplin! Vielleicht haben Sie Tipps für alle Anderen, wie Sie das in den Griff bekommen (haben). Ich freue mich über Ihre Anregungen.
PS: Als ich im September 2010 auf den Bezug meiner neuen Räumlichkeiten wartete und vorübergehend auch mal wieder im Home Office arbeitete, hatte ich auch so meine Probleme mit der „Arbeitsbehinderung“ - der Assistent war oft im Weg... oder wollte mich zum dösen verführen ;)
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