Sauber! Eine Exotin auch für die Gewerbeaufsicht


Lemongras Seife Silke Weiss.jpg„Das ist was zum Essen, oder!?" meinte meine Freundin, der ich als kleines Mitbringsel jeweils zwei Badekugeln in Folie verpackt, mitgebracht hatte. Kein Wunder, es duftete ja auch lecker und verlockend nach Honig, Kokos und Melone. Ganz wie erlesene Pralinen.

Natürlich habe ich gleich erklärt, dass es zwar etwas Leckeres, Feines ist, was da so verführerisch aussieht, dass es aber in der Badewanne und mit viel warmem Wasser besser kommen wird, als auf dem Teller. Ich hatte es ja schon ausprobiert, sozusagen getestet.

Ich weiß seit diesem Jahr auch was
Körperbutter ist - und dass zwischen Seife und Seife ein sehr großer Unterschied sein kann. Besonders in der Produktion.

Silke Weiß aus Hof kennt die Schritte der Seifensiederei. Eigentlich ein uralter Beruf. Letztendlich verdanken wir den Seifensiedern, dass wir heute nicht mehr wie zu Zeiten Louis des XIV. unter Puderschichten und mehreren Lagen (ungewaschener!!) Kleidung unseren Körpergeruch verbergen müssen. Die Geschichte der Seife lässt sich bis zu den alten Römern und noch weiter zurück verfolgen. 

Silke Weiß macht daraus Ihre Berufung. Ursprünglich ist sie
gelernte Industriekauffrau. Ihr kaufmännisches Wissen braucht sie jetzt um Preise zu kalkulieren, Lieferanten zu sondieren und ihre Buchhaltung selbst machen zu können. Sie hat eines ihrer Hobbies verwirklicht.

Koerperbutter Pralinen Silke Weiss Seifen.jpgNicht glanzlose Kernseife zerschneiden und mit Duft- und Farbstoffen aufkochen und daraus neue Seifenstücke basteln, sondern die Rohstoffe wie Pottasche, Fette und geheime Inhaltsstoffe (mit einem Augenzwinkern) vermengen und die Seife sieden. So heißt es in der Fachsprache. 

Von den Zutaten bis hin zum Seifenstück ist es ein langer und auch schwieriger Weg. Dabei sind auch Temperaturabweichungen, der Luftdruck und Ruhezeiten wichtige Faktoren. Etliche
Probekochungen sind erforderlich. Und natürlich Personen die die Seifen testen.

Frau Weiß erzählt mir bei einem Besuch in ihrer
Hexenküche wie sie das schmunzelnd nennt, dass auch kurz nach ihrer Gewerbeanmeldung ein Sachbearbeiter des Ordnungsamtes sich vom einwandfreien Hygienezustand ihrer Seifenküche überzeugt hat. Das Seifensieden darf nämlich nicht so nebenbei im Haushalt gemacht werden. Außerdem bestehen strenge Auflagen was die gesundheitstechnischen und kosmetischen Abgrenzungen betrifft. 

Schnell mal ein, zwei Tropfen naturreines Duftöl mehr in die Lauge, schon wäre es ein anderes Produkt, welches wieder mehrere Prüfgänge eines Sachverständigen durchlaufen muss um auf den Markt gebracht werden zu dürfen. Im kleinen
Showroom duftet es wie in tausendundeiner Nacht. Oder so wie es mir vorstelle, dass es dort riechen würde. Nach Lavendel, nach Kokos, nach Honig - sauber und rein.

Die Seifen sehen aus wie Kuchenstücke aus der Königskuchenform. Eine ist dunkelbraun mit Flocken drin. Eine
Kaffeeseife mit Kokos. Sie nimmt den Geruch von Zwiebeln oder Fisch, der sich bei der Küchenarbeit gern an den Händen festsetzt. Ich durfte es ausprobieren. Es funktioniert.

Badekugeln Silke Weiss Seifen.jpgFrau Weiß bietet Körperbutter, Badekugeln, Lippenbalsam und eben Seifen aus eigener Manufaktur an. Sie verwendet hauptsächlich naturreine Rohstoffe und keine Konservierungsmittel. Die Küche ist zugleich Labor und ähnelt einer Apotheke. Alles wirkt sehr sauber. Und dann dieser allgegenwärtige Duft.

Der Anfang ist gemacht. Es gibt Seifen für alle möglichen Anwendungszwecke und Anforderungen.
„Hier nimm die mit für die Küche, die ist schön fest geworden. Die weicht nicht so schnell auf". Eben Naturprodukte. Mal so mal so. Und trotzdem immer höchste Ansprüche erfüllend.

Silke Weiß vertreibt Ihre Produkte - trotz alter Herkunft - hauptsächlich auf modernem Weg im
eigenen Internetshop. Der Kundenkreis wächst und meistens ergeben sich Empfehlungen überzeugter und begeisterter Anwender.

Fast alle Produkte werden - nach Bestellung -
frisch zubereitet. In kleinen Mengen. Ohne Konservierungsstoffe. Ob sich die vielen Investitionen, der Umbau im eigenen Haus, die vielen Anschaffungen, das ständige Recherchieren und Ausprobieren lohnen werden, das wird die Seifensiederin erst in ein paar Monaten wissen. Bis dahin ist noch ein langer Weg. Aber er macht Spaß, bestätigt Frau Weiß. Und: er duftet!


www.swseifen.de