Schlossermeister Geyer trotzt allen Krisen und feiert 2009 Jubiläum
Zehn Jahre alt... ist die Schlosserei Geyer im Thiersteiner Ortsteil Schwarzenhammer. Handwerksmeister Horst Geyer war einer der Teilnehmer die Ende Juni 1999 an einem Pilotprojekt der Agentur für Arbeit Hof-Marktredwitz als erste Gründer aus der Arbeitslosigkeit mit einem Gründerseminar begleitet wurden. Das Seminar war seinerzeit im IGZ.
Es waren damals über 40 Teilnehmer, deshalb musste die Interessierten seinerzeit sogar auf zwei Gruppen verteilt werden. Aber eigentlich war Herr Geyer ja bereits Handwerksmeister und dadurch auch mit allen kaufmännischen Tätigkeiten vertraut.
Trotzdem hat er viele wertvolle Informationen bekommen. Besonders gut fand er damals die Auffrischung seiner BWL-Kenntnisse. Besonders was das betrifft, was in Sachen Buchführung und Steuerpflicht auf ihn zukommen würde. Das wurde damals wirklich plausibel und verständlich rübergebracht. Nicht jeder ist ein Studierter. Sagt der Schlossermeister und schmunzelt dabei.
Er wusste damals gleich, dass er sich dabei helfen lassen würde. Und auch schon von wem. Gründerseminare sind natürlich auch erste Ansätze für ein neues Netzwerk und klar, wenn dann eine Bürokauffrau die sich mit „Schriftkram usw." als Dienstleisterin selbständig machen möchte im Kurs neben einem sitzt, liegt es auch nah, dass man später darauf zurück greift. Schließlich kennt man sich ja schon.
Herr Geyer startete am 01. Juli 1999 mit dem Betrieb seiner Schlosserei. Seine erste Werkstatt war die Garage seiner Eltern im Nachbarort. Er ist der klassische Schlosser der wirklich alles was mit Metallbau zu tun hat, anbieten kann. Leichtmetallbauten, Treppen und Treppengeländer, moderne Balkone aber auch Drehteile und Sonderanfertigungen.
Bald wurde es in der Garage zu eng und die Schlosserei Geyer richtete sich in einer erworbenen Fabrik ein. So wurde die alte Teppichfabrik in Schwarzenhammer mit neuem Leben erfüllt. Alt ist das Gemäuer immer noch. Aber wenn „Mr. Steel" am modernen Autogenschweissgerät steht, oder beim Flexen die Funken sprühen, vergisst man die vielen Jahrzehnte von denen die Halle erzählen könnte.
Sonderanfertigungen und Unikate teils im Gerätebau (höhenverstellbare Arbeitstische für mehrere Porzellanhersteller) teils Möbel aus Edelstahl. Ein Bett was für seinen Sohn als hypermodernes Teil gedacht wurde, wurde dann sogar mit einem Saitensprünge Preis der Handwerkskammer ausgezeichnet. Bescheiden ist er geblieben. Und Einzelkämpfer. Bei mir hält es halt keiner aus, sagt der Handwerksmeister. Wieder mit einem Lächeln.
In der momentanen, wirtschaftlichen Lage ist es schwierig mit festem Personal zu arbeiten. Er habe als „Chef" ja immer das Bestreben, wenn dann einen Mitarbeiter auch auf lange Frist zu beschäftigen. Das sei im Moment nicht so wirklich planbar. Dann mache er halt lieber selbst die Wochenenden durch oder schiebe Nachtschichten.
Ob er den Namen „Mr. Steel" von einem Kunden oder Mitarbeiter hat, weil er wohl ein stahlharter Kerl wäre. Nein, ist die Antwort. Er selbst hatte bisher trotz vieler „Möglichkeiten" glücklicherweise noch keinen größeren Unfall bei der Ausführung seiner Arbeiten. Auch wenn es mal zwickt oder der Rücken schmerzt, oder Blut fliesst, da muss man durch, scherzt Herr Geyer.
Klar, die Familie und die persönlichen Bedürfnisse mussten oft hinten an stehen und zuhause bleibt manches unerledigt, aber tauschen möchte er nicht mehr und hat seinen Schritt in die Selbständigkeit bisher nie ernsthaft in Frage gestellt. Ob er mit seinem Geschäft zufrieden ist, „Ja - aber Spaß macht es erst richtig, seitdem ich aufgehört habe, an das Geld zu denken."
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