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06. März 2010
Sie Alle kennen sicher einen tollen Fußballer, oder?
Was hat Existenzgründung mit Fußball zu tun, das werden Sie sich jetzt sicher fragen. Ich sehe da schon Parallelen. Was meinen Sie, ist jeder Fußballer auch gleichzeitig ein guter Trainer? Es kommt ja öfters vor, dass ehemalige Fußballspieler (Profis) dann später als Trainer tätig sind. Die wenigsten aber auch nur annähernd mit dem gleichen Erfolg, den sie früher mal als Spieler hatten.
Oft ist es so, dass eine Person, die im (angestellten) Arbeitsleben immer sehr engagiert war und eigentlich für alle möglichen Aufgaben eingesetzt wurde, früh der / die Erste – abends der / die Letzte, Überstunden ohne Ende usw. irgendwann an dem Punkt steht wo sie sich fragt, warum mache ich das Alles eigentlich für meinen Chef (oder die Firma)? Warum mache ich das nicht für mich selbst? Ich kann doch eh (fast) Alles genauso gut, wenn nicht noch besser als mein Chef.
Kennen Sie das? Ging mir teilweise auch so. Und das schon einige Jahre vor 1999 (mein Gründungsjahr). Ich war als kaufmännische Angestellte immer stark engagiert, mir für keinen Job im Betrieb zu schade und hatte immer eine Menge Überstunden. Klar, ich hab auch gut verdient. Und Überstunden wurden ja meist auch vergütet. Ich hatte oft eine ganze Woche nur von gesammelten Überstunden frei. Meine 30 Tage Urlaub kamen auch noch dazu. Oftmals mussten meine Chefs mich sogar heimschicken, weil ich selbst trotz Fieber und Schniefnase dachte, ich wäre unentbehrlich. Wenn ich dann aber mal die Faxen hatte, kam mir oft der Gedanke, mein eigenes „Ding“ zu machen und für mich selbst zu arbeiten.
Als ich dann im September 1999 tatsächlich meinen Büroservice gründete, hatte ich mich Sicherheit schon wenigstens drei Jahre aktiv darüber nachgedacht. (Aber kaum Informationen darüber eingeholt. Doch dazu an anderer Stelle.)
Als es dann soweit war und ich einen Businessplan schreiben „musste“, hatte ich mit der Beschreibung des Vorhabens keinerlei Probleme. Denn ich wusste ja genau was ich tun wollte und was ganz bestimmt nicht. Dieses auszuführen war kein Problem und die Seiten schnell mit Text gefüllt. Mehr Probleme machten mir die Zahlen. Umsatzvorschau, Rentabilität, Liquidität, Investitionen, Finanzierung. Puuuuh.
Ach was, ich wusste ja, was ich vorher verdient hatte, schnell noch die arbeitgeberseitigen Sozialabgaben dazu addiert und schon hatte ich den Umsatz den ich machen muss. So habe ich seinerzeit auch meinen Antrag auf das damalige Überbrückungsgeld abgegeben. Und eine Stellungnahme der fachkundigen Stelle dazu bekommen.
Der Berater sagte mir seinerzeit, das wäre eine Good-Will-Bescheinigung und fragte gar nicht danach, wie ich diese Umsätze generieren würde. Ich selbst hatte dazu aber auch keine Vorstellung. Hauptsache der Businessplan war fertig, abgesegnet und ich bekam mein Geld von der Agentur für Arbeit. Und dieser Betrag war höher als Alles andere was da vorher jemals monatlich auf meinem Girokonto eingegangen ist.
Na ja. Es hat ganz schön lange gedauert, bis ich begriffen und vor allem auch verinnerlicht hatte, was es heißt selbständig zu sein. Und die sechs Monate mit dem Überbrückungsgeld waren schnell vorbei. Kein Chef der einem Arbeit vorgibt, aber auch kein Chef der monatlich ein Gehalt überweist. Und so kam der erste finanzielle Engpass, weil ich mich kaum bemüht hatte, wirklich Umsatz mit Kunden zu machen. Brauchte ich ja nicht. Es kam ja jeden Monat neues Geld. Die Kosten liefen weiter…
Das habe ich immer im Hinterkopf wenn jetzt ich als Beraterin mit dem / der Gründungsinteressierten spreche. Ich versuche auch, dies den Ratsuchenden zu vermitteln. Besonders wenn wir an den Zahlen des Konzeptes arbeiten.
Vielen geht es da sicher aber genauso wie mir damals. Während die Fördermittel fließen, klappt es finanziell.
Ich habe daraus gelernt! Und es war nicht wirklich einfach. Doch das an einem anderen Tag :-)
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06. Januar 2010
Gründungswille – oder eher Gründungswut?!
Frauen gründen anders! Stimmt das? Wie angehende Unternehmer und Unternehmerinnen darüber denken. Neulich im Gründerseminar...
Frauen gründen überlegter. Überlegter? Was soll das heißen? Wenn Frauen darüber nachdenken, womit sie sich selbständig machen könnten, dann denken die meisten in erster Linie an Produkte, die sie selbst brauchen und ständig kaufen müssen, oder an Dienstleistungen die sie in Anspruch nehmen. Vorab zerbrechen sie sich häufig den Kopf darüber, ob es besser ist von zuhause aus zu arbeiten oder ob sie eine spezielle Location dafür brauchen.
Frauen machen sich Gedanken was sie gut können und gern tun und wie sie – ohne große investieren zu müssen – so einfach wie möglich genau damit in die Selbständigkeit starten können. Dies auch immer unter dem Gesichtspunkt ob sie selbst in einen solchen Laden gehen oder die angedachte Dienstleistung selbst in Anspruch nehmen würden.
Das meinen Heike und Nadine. Heike steht auf flippige Nägel und Nadine ist angehende Friseurmeisterin. Eigentlich könnten die beiden Mutter und Tochter sein. Auf Anhieb verstanden haben sie sich. Schließlich sitzen ja beide im selben Boot und wissen, dass sie erst mal klein anfangen werden um dann zu sehen, was sich entwickelt. Dann erst soll über Personal oder andere Räume nachgedacht werden. Heike möchte zuhause – nach minimalen Umbauarbeiten ein Nagelstudio mit späterer Schulungseinrichtung eröffnen.
Nadine wollte erst als Friseurin ins Reisegewerbe starten. Da sie aber im Reisegewerbe keine Werbung machen darf, hat sie sich entschlossen, erst nochmals die Schulbank zu drücken und ihren Handwerksmeister zu machen. Danach soll zuhause ein kleiner exklusiver Salon eröffnet werden.
Der Dritte im Bunde, Ralf, der immer einen lockeren Spruch auf Alles parat hat und auch der Schulungsleiterin mehrfach einen hochroten Kopf bescheren konnte, schließt sich der Meinung an: "Männer wollen meistens nur das machen, womit sie möglichst schnell viel Geld verdienen können." Er berichtet von angehenden Unternehmern, denen es vorrangig – selbst wenn sie noch gar nicht gegründet haben – darum geht, das tollste, neueste Werkzeug oder ein größeres Auto zu beschaffen. Natürlich adäquat. Auch wenn sie noch gar nichts geleistet haben. Er sagt, Frauen gehen emotionaler und geplanter an die Gründung. Sie wägen ab, ob es sich lohnen wird und wie sie die Kosten möglichst gering halten können. Da sei ihm seine Frau auch schon ein gute Ratgeberin gewesen.
Ralf plant in Münchberg einen Imbiss an zentraler Lage zu eröffnen. Leider hat es bisher mit dem auserkorenen Standplatz noch nicht geklappt. Er weiß aber, dass es wichtig ist, erstmal viele Informationen zu sammeln und sich vor allem kaufmännisches Wissen anzueignen. Denn wenn das Ganze nicht gut vorbereitet wird, nützt auch der beste Standplatz nichts.
Irina, die einen Kinder-Modeladen in Marktredwitz eröffnen möchte, weiß schon ganz genau was sie will. Und auch wie viel sie investieren muss: "Jedes Mal wenn der Kunde in den Laden kommt, will er Neues entdecken. Da muss die Einrichtung flexibel sein. Auch wenn nur umgeräumt wurde, soll es ganz „neu“ aussehen. Und viele Informationen über die Zielgruppe sind wichtig. D.h. ich muss genau wissen, wem ich meine Sachen verkaufen will. Sollen es junge Eltern mit kleinem Budget sein, oder will ich nur gut betuchte Leute, die Wert auf Marken legen? Wenn ich mir darüber keine Gedanken gemacht habe, wird vieles falsch laufen".
Fragt man Männer danach, wem sie ihre Dienstleistung verkaufen wollen, kommt als Antwort oft: jedem! Dabei kommt garantiert nicht jeder und braucht das.
Statistisch gesehen gründen mehr Männer als Frauen. Häufiger geben Männer aber nach Auslaufen der finanziellen Fördermittel wieder auf. Meistens, weil mit dem Vorhaben kein Deckungsbetrag erreicht werden kann. Frauen finden hingehen häufiger – auch bei der Kundenakquise oder dem Einholen weiterer Informationen - wieder eine sozialversicherungspflichtige Anstellung. Frauen organisieren sich parallel zur Selbständigkeit von zuhause aus oft einen Minijob, der zumindest die Kosten des Unternehmens trägt.
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